Daniel Born besucht Hockenheimer Polizeirevier

Veröffentlicht am 04.08.2020 in Landespolitik

Von link: Manfred Krampfert, Daniel Born MdL, Kai-Björn Müller, Jennifer Brenzinger (Bild: kso)

Nach seinem Besuch im Schwetzinger Polizeirevier war Landtagsabgeordneter Daniel Born nun auch zu Gesprächen bei der Hockenheimer Polizei.

Hockenheim. „Die Polizei rekrutiert sich aus der Mitte der Gesellschaft. Wenn ich die Bilder von Krawallnächten sehe, aber auch berichtet bekomme, was manche Polizisten heute während ihrer täglichen Arbeit an Respektlosigkeiten erleben, habe ich den Eindruck, dass manche vergessen haben, dass in der Uniform ein Mensch steckt. Ich will, dass wir wertschätzend miteinander umgehen und dies bedeutet gerade auch Respekt gegenüber den Menschen, die jeden Tag für unsere Sicherheit eintreten“, erklärt der Wahlkreisabgeordnete.

Für den SPD-Politiker sind aber nicht nur wegen der Vorkommnisse der letzten Wochen die Besuche bei der Polizei relevant: „Sicherheit ist für uns alle wichtig. Und die Polizei sorgt für diese Sicherheit. Ich will wissen, wo aktuelle Probleme und Entwicklungen liegen, um diese mit in meine politische Arbeit zu nehmen.“

Revierleiter Manfred Krampfert bestätigte, dass die letzten Monate unter den gegebenen Pandemie-Bedingungen für die Polizei auch in Hockenheim nicht einfach gewesen seien. Wobei er darauf hinwies, dass es mit der Bevölkerung in Hockenheim und Umgebung kaum Probleme in Verbindung mit der Corona-Pandemie gab. Allerdings machten die sich relativ dynamisch entwickelnden Corona-Verordnungen sowie die erforderliche Rücksicht auf die Gesundheit der Mitarbeiter die Personalplanung teilweise recht kompliziert.

Zudem stellten die Corona-bedingten Kontrollen und Sonderdienste die Beamtinnen und Beamten vor immer neue Herausforderungen. „Die personelle Situation hier im Revier ist sehr angespannt, aber immer noch beherrschbar“, so der Revierleiter. Da das Verständnis für die besondere Situation der letzten Monate jedoch in der hiesigen Bevölkerung sehr ausgeprägt war, traten auch in dieser Phase kaum Probleme zwischen Bevölkerung und Polizei auf. Krampfert bestätigte Born aber in seiner Einschätzung, dass es teilweise an Respekt fehle. „Wir machen unsere Arbeit für alle und haben daheim unsere Familien. Das ist aber so nicht mehr jedem bewusst“, berichtete der Revierleiter.

In dem Gespräch wurde außerdem das Thema Drogenmissbrauch bei Jugendlichen behandelt. Daniel Born, der Mitglied des für Jugendliche zuständigen Bildungsausschusses ist, betonte dabei, dass es starke Netzwerke vor Ort gegen Drogenmissbrauch gibt, in denen Schulen, Schulsozialarbeit und Vereine gemeinsam mit der Polizei an einem Strang ziehen können. Die zuständige Beamtin Jennifer Brenzinger berichtete aus ihrer Arbeit und erläuterte, wie wichtig der frühe Eingriff und das Aufzeigen von Leitplanken ist. Ihre Arbeit sei dabei für viele Betroffene oft auch ein gerade noch rechtzeitiger Schuss vor den Bug, der deutlich mache, dass jetzt eine Grenze erreicht sei.

Weitere Themen waren die Verkehrssicherheit, die Zahl an Wohnungseinbrüchen und der zunehmende Arbeitsanfall aufgrund von Nachbarschaftsstreitigkeiten. Insbesondere beim letztgenannten Thema gebe es eine zunehmende Tendenz, zuerst die Polizei anzurufen bevor man auch selbst versucht, den Konflikt friedlich zu lösen. Born zeigt sich hierbei auch bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung besorgt: „Wir wissen, dass wir in wirtschaftlich schwierigere Zeiten kommen und dass solche Zeiten auch immer konfliktreichere sind.“

Die Polizisten sehen als einen wesentlichen Vorteil die Erfahrung als Polizei vor Ort. „Wir kennen die Punkte, die Konfliktlinien und auch die Leute. Das ist ein großer Vorteil, um erfolgreich deeskalierend arbeiten zu können.“ erläuterten die Teilnehmer der Gesprächsrunde. Daniel Born, der zum Abschluss des Gesprächs den Beamten für ihre Arbeit dankte, sieht sich durch den breiten Erfahrungsbericht weiter in seiner Position gestärkt, dass ein handlungsfähiger und moderner Staat eine gut ausgestattete Polizei braucht. „Im Hinblick auf Personal, Finanzen und Digitalisierung muss unsere Polizei entsprechend ihrer vielfältigen Aufgaben bestens ausgestattet sein. Das war für mich als Mitglied des Haushaltsgesetzgebers in den letzten Jahren Prämisse und bleibt es auch künftig.“ fasste der Landtagsabgeordnete zusammen.

 

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