Energetische Sanierung der Wohngebäude Johann-Strauß-Straße 15 und 17 

Veröffentlicht am 19.10.2026 in Gemeinderatsfraktion

Stadtrat Manfred Zuber

 

Im Rahmen der Sanierungsstrategie unseres Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft steht nun die energetische Modernisierung der Wohngebäude Johann-Strauß-Straße 15 und 17 an. Den entsprechenden Baubeschluss fasste der Gemeinderat in seiner Sitzung Ende September. Die Arbeiten werden im bewohnten Zustand ausgeführt. Dies ist möglich, da der Schwerpunkt der Maßnahmen außerhalb der Wohnungen liegt. 

Die Sanierung soll für die Bewohnerinnen und Bewohner so verträglich wie möglich umgesetzt werden. Vorübergehende Beeinträchtigungen lassen sich dennoch nicht vollständig vermeiden. Dafür bitten wir bereits im Voraus um Verständnis. 

Nach Abschluss der umfassenden Sanierung werden die Gebäude aus dem Jahr 1970 sowohl optisch als auch technisch weitgehend erneuert sein. Bereits in der Vergangenheit wurden sie kontinuierlich instandgehalten: 1990 erfolgten der Einbau neuer Fenster und eine Fassadendämmung, 2015/16 die Dämmung der Kellerdecke und der obersten Geschossdecke. 

 

 

 

Zu den zentralen Maßnahmen zählen die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung durch den Ersatz der alten Gasheizkessel durch Luft-Wasser-Wärmepumpen, die Installation einer großen Photovoltaikanlage sowie der erneute Austausch der Fenster und die Sanierung der Gebäudehülle. Dadurch sollen Wärmeverluste reduziert und zugleich der sommerliche Wärmeschutz verbessert werden. Aus brandschutztechnischen Gründen wird im Treppenhaus außerdem ein Dachflächenfenster für den Rauchabzug eingebaut. 

Den Auftakt bildet der Rückbau der bestehenden Balkone. Diese sind schmal, liegen unmittelbar vor Wohn- und Schlafzimmern und bilden aufgrund der durchlaufenden Betonplatte eine Wärmebrücke. Die Balkone vor den Schlafzimmern werden daher abgebrochen; die Flächen vor den Wohnzimmern werden in den Wohnraum integriert. Anschließend entstehen neue, nahezu quadratische Balkone mit einer Fläche von jeweils rund 8 m². Sie werden als thermisch getrennte Stahlkonstruktionen in der nach der Wohnraumerweiterung entstehenden Nische vor den Schlafzimmern errichtet. Die vergrößerten Wohnzimmer und die neuen Balkone verleihen der Westfassade ein grundlegend neues Erscheinungsbild. 

Ein zentraler Bestandteil der Sanierung ist das künftige Energiekonzept der beiden Gebäude. Während bislang häufig die Energieeinsparung und die Reduzierung der CO2-Emissionen im Vordergrund standen, eröffnet die Weiterentwicklung der Photovoltaiktechnologie zusätzliche Möglichkeiten. 

Die großen Dachflächen und die leistungsfähigeren Module ermöglichen auch bei geringer direkter Sonneneinstrahlung eine Stromerzeugung. Mit insgesamt 84 Modulen soll über das Jahr hinweg mehr grüner Strom erzeugt werden, als beide Häuser zusammen verbrauchen. 

Um den erzeugten Strom möglichst effizient vor Ort zu nutzen und nur geringe Mengen zu niedrigen Vergütungssätzen in das Netz einzuspeisen, schlägt das beauftragte Ingenieurbüro vor, auch die zentrale Warmwasserbereitung mit Photovoltaikstrom zu unterstützen. Hierfür ist ein elektrischer Heizstab vorgesehen, der ausschließlich von der Photovoltaikanlage versorgt und nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wird. 

Ein besonderer energetischer Vorteil besteht darin, dass der Warmwasserspeicher zugleich als zusätzlicher Energiespeicher genutzt werden kann. Darüber hinaus prüfen die Stadtwerke, ob für den verbleibenden, in das Netz eingespeisten Strom ein Mieterstrommodell umgesetzt werden kann. 

Auch die Außenanlagen werden neugestaltet. Die Eingangsbereiche mit Vordächern sowie die Einhausungen für Fahrräder, Abfallbehälter und Wärmepumpen sollen einheitlich in Stahlleichtbauweise ausgeführt und mit begrünten Dächern versehen werden. In Abstimmung mit der Feuerwehr sind auf der Grünfläche vor den Balkonen zudem Aufstellflächen für Feuerwehrleitern vorgesehen. 

Die Baukostenberechnung beläuft sich auf 3,73 Mio. Euro. Dies entspricht einem Quadratmeterpreis von 2.800 Euro. Durch die Sanierung im bewohnten Zustand können die Anforderungen an ein Effizienzhaus 70 erfüllt und eine KfW-Förderung in Anspruch genommen werden. Die Stadt kann einen Zuschuss von bis zu 480.000 Euro erhalten. 

Die inzwischen 56 Jahre alten Gebäude wurden kontinuierlich instandgehalten. Dabei standen die Reduzierung der CO2-Emissionen, die Energieeinsparung und die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt. Mit der vorliegenden, aus unserer Sicht überzeugenden Sanierungsplanung gehen wir nun einen Schritt weiter: Technische Fortschritte werden gezielt genutzt, um den Wohnwert nachhaltig zu steigern. 

Die SPD-Fraktion hat dem Baubeschluss daher mit Überzeugung zugestimmt. 

Manfred Zuber

 

SPD Walldorf auf Facebook

Termine

Alle Termine öffnen.

28.10.2026, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr SPD Walldorf - Politisches aus Stadt, Land und Bund

27.11.2026, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr SPD Walldorf - Politisches aus Stadt, Land und Bund

Schlaglichter 2023

Schlaglichter 2023

Benachbarte SPD-Ortsvereine