Ein Interimsgebäude für unser Schulzentrum, in dem man lernen und lehren kann

Veröffentlicht am 07.09.2026 in Gemeinderatsfraktion

Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, Fraktionsvorsitzende

Liebe Walldorfer Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern. Wir wünschen allen Familien einen guten Start ins neue Schuljahr. Egal an welcher Walldorfer Schule ihr euren Schulalltag nächste Woche wieder aufnehmt oder eure Schulzeit startet – wir wünschen euch einen guten Start und versichern, dass die SPD-Fraktion die Stadtverwaltung sehr eng begleitet und daran arbeitet, dass alle Walldorfer Schulen gute Orte zum Lehren und Lernen sind.

Die Entscheidung zum Interimsgebäude für das Schulzentrum mit 12 Klassenzimmern für bis zu 360 Schülern und Schülerinnen hat unsere Fraktionssprecherin Dr. Andrea Schröder-Ritzrau folgendermaßen begründet: „Die SPD-Fraktion spricht sich für die „Variante A“ mit Kosten in Höhe von 6,8 Mio. € aus und billigt Mittel für die Ausstattung der Räume. Das ist viel Geld und Sie werden zu Recht fragen, ob das notwendig ist. Ja, das ist es, weil die grün-schwarze Landesregierung die Wiedereinführung des 9-jährigen Gymnasium beschlossen hat, was einem zusätzlichen Klassenbedarf von 6 Klassen entspricht. Außerdem erfährt unser Schulzentrum eine langwierige, aber notwendige Brandschutz- und Deckensanierung, salopp gesagt eine OP mit Vollnarkose. Der Bauablauf erfordert Ausweichräume, da Klassenräume in den betroffenen Bauabschnitten nicht nutzbar sind. Dieses Interimsgebäude wird für 6 - 8 oder mehr Jahre gebraucht. Es wird auch den Raumbedarf während der Bauphase eines noch zu planenden Anbaus decken müssen. Da das Gebäude nach Wunsch der Schulen nicht mitten auf dem Schulhof platziert werden sollte, brauchen wir auch Sanitärräume im Gebäude.

Bauweise und Dauer der Nutzung erfordert die Einhaltung des Gebäude-Energie-Gesetzes. Die Größe der PV-Anlage wird so ausgelegt, dass ein Teil des Strombedarfs für Heizen und Kühlen gedeckt ist.

Der SPD-Fraktion ist wichtig, dass trotz Containerbauweise eine zumutbare Aufenthaltsqualität erfüllt wird, besonders sommerlicher Wärmeschutz, zumutbare Akustik und Barrierefreiheit.

 

Zurzeit beschäftigt Wärmeschutz fast jeden. Wärmepumpe und Heizdecke oder Wärmepumpe und Deckenkassetten als Wärmeversorgung und Kühlung steht zur Diskussion. Wir entscheiden uns für Deckenkassetten nicht, weil diese Variante etwas preiswerter ist. Nein, wir haben das im Ausschuss lange diskutiert. Die Deckenkassetten können schneller und stärker runterkühlen. Das erreichbare Delta zwischen den Temperaturen ist laut Vorlage größer als bei der Variante Heiz-Kühldecken. Es kann etwas zugiger sein, aber den Aspekt werten wir positiv. Ich sehe es auch in der Uni, wie gerne unsere Studierenden derzeit mit Ventilatoren arbeiten, weil ein Luftzug erfrischt.

 

Weil wir eine Raumhöhe von 2.75 m brauchen, brauchen wir teurere Spezial-Container, denn eine reduzierte Raumhöhe von 2.50 m ist zu niedrig für Heiz- und Kühl-Deckenkassetten.

 

Aber nochmal – unsere Kinder und auch die Lehrkräfte werden das Gebäude 6 - 8 Jahre nutzen und wir planen danach eine Weiternutzung bei einer anderen Baumaßnahme oder die Veräußerung an eine andere Kommune für einen gleichen Zweck. Das klappt nicht mit einem 08/15-Container – zumal es uns rechtlich nicht erlaubt wäre, ihn länger als 2 - 3 Jahre zu nutzen.

 

In der Vorlage macht die Verwaltung u. a. den Vorschlag 190.000 € über eine Flächenreduzierung zu sparen. Das ginge zu Lasten der Kinder und Lehrer, die auf einen Aufenthaltsbereich außerhalb der Klassenzimmer für die kleinen Pausen und Regenpausen verzichten müssten. Wir halten das für Sparen am falschen Ende. Das gilt auch für den Vorschlag 42.000 € zu sparen, wenn das 3-stöckige Gebäude keinen Fahrstuhl bekommen würde. Es ist löblich, dass die Schulleiter sagen, sie würden versuchen, das organisatorisch zu lösen, wenn dann mal jemand an Krücken kommt oder Rollstuhl fährt. Wir waren in der Fraktion einig, dass wir diese Ausnahmegenehmigung, die es dafür ausdrücklich braucht, und die von den Schulleitern unterschrieben werden muss, für diese lange Nutzung nicht beantragen wollen.

 

Preis und Leistung stimmen nun bei der Version, die wir so mittragen. Man muss bei Optimierungen die Annäherung an Grenzwerte suchen, aber dabei das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Das Ziel heißt hier: minimiert die Kosten, aber stellt sicher, dass Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer gute Lehr- und Lernbedingungen haben.

Dr. Andrea Schröder-Ritzrau