Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, Fraktionsvorsitzende Dem Gemeinderat wurden in der September-Sitzung die Halbjahresberichte 2/2023 und 1/2024 unseres Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft vorgestellt. Dazu Andrea Schröder-Ritzrau:
Die SPD-Fraktion nimmt heute gerne Kenntnis von den Halbjahresberichten unseres Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft. Unsere Entscheidung vor fast 10 Jahren den Eigenbetrieb zu gründen war genau richtig. Damals stellte sich die Frage, wie man die Vermietung und Verwaltung der städtischen Wohnungen noch besser organisieren kann. Seinen Zweck, nämlich die Bevölkerung von Walldorf zu angemessenen Bedingungen mit Wohnraum zu versorgen, wird zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt.
Der Wohnungsbestand ist mittlerweile auf 55 Liegenschaften mit 323 Wohnungen gewachsen und es werden 400 sein, wenn die Hebelstraße mit 18 Wohnungen und die Wieslocher Straße mit 48 Wohnungen gebaut sind.
Herr Högerich, Sie und Ihr Team haben in dem Bericht nicht nur die aktuellen Statistiken, sondern auch den Modernisierungsfortschritt und die Strategie sehr übersichtlich und informativ beschrieben und ich gehe an dieser Stelle nicht auf Details ein. Mit 2% Leerstand ist es derzeit möglich, auch auf Sanierungen und Ausweichunterbringungen zu reagieren.
Das Organisationsgutachten hat geholfen den Eigenbetrieb noch optimaler aufzustellen und die SPD-Fraktion möchte sich an dieser Stelle beim gesamten Team ausdrücklich für die Arbeit bedanken.
Ausdrücklich wollen wir auch das Konzept für „Mitarbeiterwohnen“ loben und den Einsatz für grüne Energie, indem Photovoltaik-Anlagen auf Wohngebäuden konsequent installiert werden, sodass mittlerweile ca. 670 kWp installiert sind. Gemeinsam mit den Anlagen, die auf städtischen Gebäuden angebracht sind, die die Stadtwerke betreiben und den vielen privaten Anlagen wird hier in Walldorf einiges für den Klimaschutz getan.
Über ein Mieterstrommodell und durch Heizungsunterstützung soll der Verbrauch der erzeugten Energie noch optimiert werden und Beschlüsse zu energetischen Modernisierung wie z.B. zum Effizienzhaus 55 „EE“ runden die Maßnahmen. Alles positive Nachrichten und dazu werden wir zukünftig weiter beraten.
Daseinsvorsorge bedeutet für die SPD-Fraktion ganz klar, dass all diese Wohnungen nach sozialen Gesichtspunkten vergeben werden – da ist die freiwillige Selbstverpflichtung durch dieses Gremium nach den Vorgaben des Landeswohnraumförderungsgesetzes die wichtigste Grundlage.
Es ist klar, dass eine schwarze oder rote Null angestrebt wird – mit -35T€ ist das fast erreicht. Es besteht kein Interesse der Stadt Profit zu machen. Für eine kommunale Wohnung kann sich bewerben, wer einen Wohnberechtigungsschein vorweisen kann.
Die Landesregierung Baden-Württemberg hat im Jahr 2024 die Einkommensgrenzen erneut angepasst: Ein- oder zwei Personenhaushalte dürfen bis zu 58 T€ Jahresbruttoeinkommen verdienen, um in den Besitz eines Wohnberechtigungsscheins zu kommen. Eine Familie mit zwei Kindern bis zu 76 T €. Das heißt im Umkehrschluss, sehr viele Menschen haben theoretisch einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein und können damit Kunden und Mieter unserer Wohnungswirtschaft werde.
Das Angebot ist wichtig, da der Markt in Walldorf durchaus hochpreisig ist. Wir sagen: Machen Sie sich doch mal schlau auf der Homepage des Eigenbetriebs und über den neuen Infofilm.
Ja, es gibt Wartelisten, die uns tatsächlich beschäftigen, diese Listen haben aber durchaus eine hohe Fluktuation – insbesondere bei den Seniorenwohnungen – und eine Bewerbung sollte man wegen der Wartelisten nicht scheuen.
Auch die Seniorenwohnungen, das betreute Wohnen – es sind 73 Einheiten derzeit – haben wir in die Hände der Wohnungswirtschaft gegeben und sind auch hier mit der Bewirtschaftung zufrieden. Auch in dem Segment kommen bald neue Wohnungen hinzu.
Nochmal zur Klarstellung: Insgesamt erfolgt die Vergabe der städtischen Wohnungen, die zum ganz überwiegenden Teil freiwillig gebunden sind, also keine Landesförderung erhalten haben bzw. die Bindungsfrist der Förderung abgelaufen ist, nach qualifizierter Rangfolge, transparent und diskriminierungsfrei. Hierfür haben wir Kriterien erstellt, die man ebenfalls im Detail nachlesen kann oder sich direkt im Büro in der Nußlocher Straße informiert.
Wir nehmen die Berichte gerne zur Kenntnis und wissen, wie wichtig die Wohnungswirtschaft für die Menschen in Walldorf ist.“