Zu Beginn ihrer Stellungnahme bedankte sich Andrea Schröder-Ritzrau im Namen der SPD-Fraktion für den Bericht zur Inanspruchnahme der städtischen Umweltförderprogramme im Jahr 2025 bei Frau Müller und Herrn Horny.
„Ich beziehe mich auf die ausgezahlten Mittel in Höhe von insgesamt 2,2 Mio. €. Mit den verschiedenen PV- Förderprogrammen haben wir das zentrale Instrument mit dem größten Beitrag zur CO2-Einsparung (ca. 960 t CO2 insgesamt). Gleichzeitig dienen diese Programme der finanziellen Entlastung der Antragsteller, denn PV auf Privatdächern wird mit immerhin 500€/KWp gefördert. Das sind 30-40% der Gesamtkosten für ein KWp – je nach Marktangebot.
281-mal wurden Gelder vergeben für PV-Module, 209-mal für Speicher und 62-mal für Balkon-PV-Anlagen. Mit dem sehr gut angenommenen Förderprogramm Balkon-PV schließen wir die Lücke und machen auch Menschen mit kleinerem Geldbeutel und ohne Wohneigentum ein Angebot, ihre Energieausgaben zu senken. Alle profitieren langfristig von einer zum Teil sehr deutlichen finanziellen Entlastung, insbesondere angesichts der aktuellen Preisentwicklung.
Laut Auszahlungsstatistik wurden gut 87% der gesamten Förderung, insgesamt 1,92 Mio.€ für PV und Solar vergeben.
Das ist eine Erfolgsgeschichte und bringt uns voran beim Klimaziel der Stadt, dass der Strombedarf in Walldorf zu 100 % aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird und die Stromerzeugung den Strombedarf bilanziell zu mehr als 80 % abdeckt.
Wir sind sehr gespannt wie die von der Solarbranche heftig kritisierten Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Reiche – Wegfall von Einspeisevergütungen und Pflicht zur Direktvermarktung – sich auf unsere Antragssumme auswirken.
Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäuden, Fördergelder für den Bau von Passivhäusern oder der Sanierung zum Energieeffizienzhaus, die auch von der Stadt gefördert werden, betragen nur ein Zehntel aller Förderungen. Es konnten somit auch nur 98 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Hier wurden viele Einzelmaßnahmen gefördert, alle an die Bewilligung durch die BAFA gekoppelt. Wichtig bleibt bei diesen Förderungen eine qualifizierte Beratung, die den Bürgern den Weg durch Optionen und technische Fragen ermöglicht. Wir bitten die Abteilung Umwelt uns immer zeitnah zu informieren, wenn es Änderungen in der Förderkulisse des Bundes gibt, da unsere Programme daran gekoppelt sind.
Auch Förderungen für 5 Erdwärmepumpen wurden ausgezahlt. Das ist eine sehr innovative nachhaltige Wärmeversorgung, die wir, die SPD-Fraktion für Sie beantragt haben. Auch die Stadt nutzt Erdwärme mittlerweile bei vielen ihrer Neubauprojekte.
Walldorfs Finanzkraft erlaubt es in diesem Umfang zu fördern. Die SPD-Fraktion möchte das immer mal wieder ins Gedächtnis rufen. Was passiert konkret, wie viele Anträge werden gestellt, welche Gelder werden verausgabt? Ich fordere in jedem Jahr Aussagen darüber, was wir mit einem Euro Fördergeld aus Steuergeldern an CO2 einsparen. Diese Information erfolgt nicht – aber ich rechne das dann für mich selbst aus – PV-Förderung auf Gewerbe hat z. B. einen ziemlich guten Kosten-Nutzen-Faktor.
Das Thema Mobilität wurde mit Fahrrädern, E-Fahrrädern und Lastenrädern gefördert. Dafür wurden im Jahr 2025 18.000 € ausgezahlt. Die Klimawirkung kann nicht genau bestimmt werden, weil nicht klar ist, ob und wenn ja wieviele Autofahrten dadurch wegfallen. Aber für 59 geförderte Walldorfer und Walldorferinnen hat das Programm in jedem Fall das eigene Portemonnaie entlastet. Ein Programm, das man sicher kaum in einer anderen Kommunen findet. Sie, lieber Walldorfer, liebe Walldorferinnen, können sich ein Fahrrad kaufen und sich danach die Förderung im Rathaus abholen, die bei 400 € gedeckelt ist. Die SPD-Fraktion hält das Programm zwar nicht für optimal zur CO2-Einsparung, zeigt sich aber verwundert, dass das nicht viel mehr Menschen im Ort beantragen.
Kennen Sie die Programme? Geben Sie uns doch gerne Ihre Rückmeldung dazu an: Andrea.schroeder-ritzrau@gemeinderat.walldorf.de.
Alle Förderprogramme laufen unabhängig von Einkommensprüfungen und sind für jeden und jede zugänglich.
Die SPD-Fraktion hat sich mit dem Bericht auseinandergesetzt, ihn zur Kenntnis genommen, freut sich, dass Gelder entsprechend zur Verfügung stehen und äußert den Wunsch, noch deutlicher auf wirkliche Klimawirksamkeit bei den Fördermitteln zu schauen.