Stadtrat Manfred Zuber
„Die Notwendigkeit der Fortführung der Sanierung der Schwetzinger Straße kann jede und jeder feststellen, die oder der mit dem Fahrrad vom Schwimmbad „nuffzuus“ zur Drehscheibe fährt. Deshalb begrüßen wir es, dass die Sanierung ab Ende Oktober/November bis zur Bleichstraße/Rennbahnstraße weitergehen soll,“ so Manfred Zuber in seiner Stellungnahme für die SPD-Fraktion.
Wie schon beim 1. Bauabschnitt (BA) von der Drehscheibe bis zur Hildastraße, geht es neben dem „straßenbautechnischen Defizit“ (das hat Herr Tisch in der Vorlage schön umschrieben) auch um einen Sanierungsbedarf der technischen Infrastruktur der Stadtwerke samt Dachständer-Rückbau.
Wir begrüßen sehr, dass die Entwurfsplanung des 2. BA die bisherige Sanierung konsequent fortführt. Die Maßnahme soll in 2 Arbeitsabschnitten umgesetzt werden. Begonnen wird direkt im Anschluss von BA 1 an der Hilda-/Hintere Grabenstraße bis zur Hardt-/Rheinstraße.
Die zur Verfügung stehende Gesamtbreite für den Verkehrsraum beträgt ca. 12 m. Mit dieser Breite ist eine bauliche Trennung des Radverkehrs durch Randstreifen o. ä. leider nicht möglich. Der Radverkehr muss also weiterhin im Verkehr „mitfließen“, was wir sehr bedauern. Zwei Punkte haben uns aber diese Entscheidung erleichtert: Zum einen gilt in Walldorf auf allen Straßen Tempo 30 und zum anderen können die Schülerinnen und Schüler auf der Fahrradstraße Kurpfalzstraße, der 2. Parallelstraße westlich, direkt ins Schulzentrum radeln.
Auch in diesem BA soll die Situation für die Fußgänger verbessert werden, weshalb die Fahrbahnbreite von 6 m in Abstimmung mit den Betreibern der Buslinien weitergeführt wird. Damit kann die angestrebte Mindestbreite von 1,80 m für die Gehwege erreicht werden. Die Stellplätze – wie bisher auf der Ostseite – werden wie beim 1. BA in die Gehwegflächen integriert, d. h. auf dieser Seite weisen die Gehwege jenseits der Stellplätze und Bäume knapp über 4 m auf. Insgesamt ist Platz für 16 Autos, d. h. für zwei weniger als bisher.
Soweit es die technische Infrastruktur – vor allem die Entwässerung – unter der Straße zulässt, sollen auch Bäume zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Straßenraumgestaltung gepflanzt werden. Im Abschnitt bis zur Hardtstraße können 3 Bäume gepflanzt werden; Im Abschnitt bis zur Bleichstraße kann leider überhaupt kein Baum gepflanzt werden, stattdessen sollen 4 Bäume in Pflanzkübeln zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen.
Die vorhandenen Überspannleuchten werden durch Mastleuchten auf der Westseite ersetzt. Eine zusätzlicher Zebrastreifen ist vor dem Anwesen Haus-Nr. 40 vorgesehen.
Überrascht waren wir, dass eine Kampfmittelvorerkundung erforderlich war. In den Kampfmittelverdachtsflächen besteht ein größeres Risiko, auf „Blindgänger“ oder zurückgelassene Munition zu stoßen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst sieht es aufgrund der Anhaltpunkte für erforderlich an, Maßnahmen durchzuführen.
Die gesamte Bauzeit wird voraussichtlich länger als ein Jahr dauern, also das ganze Jahr 2027, weshalb die SPD-Fraktion darauf gedrängt hat, gleich nach der Sommerpause im September eine Bürgerinformations-Veranstaltung über die Sanierungsmaßnahme als solche und daraus folgende Maßnahmen durchzuführen. Die Bevölkerung muss vor allem über die Umleitung der Busse und die Erreichbarkeit der Grundstücke während der Baumaßnahme, für die ja eine Vollsperrung erforderlich ist, informiert werden. Die uns vorgestellte Umleitung der Busse haben wir sehr kritisch hinterfragt. Heute sind wir beruhigt, dass auf unsere Nachfrage auch eine Testfahrt mit einem Gelenkbus, mit denen die Buslinien häufig bedient werden, gefahren wurde. und das problemlos funktioniert.
Nach der Kostenberechnung ist mit einem Betrag von etwas unter 2 Mio. € für die Stadt auszugehen. Ergänzend dazu fallen noch ca. 850.000 € bei den Stadtwerken an.
Auch wenn beim 2. BA weniger Betriebe betroffen sind, müssen wir auch hier von einer größeren städtischen Tiefbaumaßnahme ausgehen, damit die „Richtlinie der Stadt zur freiwilligen Unterstützung von Kleinstunternehmen bei größeren städtischen Tiefbaumaßnahmen“ Anwendung finden kann.
Wir bedauern, dass es wirtschaftliche Beeinträchtigungen für die Betriebe geben wird, weshalb die SPD-Fraktion auch der Einstufung als „größere städtische Tiefbaumaßnahme“ zugestimmt hat, um sie wenigstens ein wenig zu entschädigen.