Umsetzung `Großprojekt Radunterführung und Kreisverkehrsplatz am Gutenbergring´ beschlossen 

Veröffentlicht am 20.07.2026 in Gemeinderatsfraktion

Stadtrat Manfred Zuber

Über den Gutenbergring kann man unser Industriegebiet von Osten sowie auch die HDM erreichen. An der Einmündung zum Wieslocher Teil des Gutenbergrings ist es problemlos möglich, nach links zum Bahnhof abbiegen, wenn man dort kommt, ist es aber verboten, nach links in unser Industriegebiet abbiegen. Das Fahrverhalten vieler Autofahrer/innen an dieser Stelle ist bekannt: Sie biegen verkehrswidrig nach links ab…  

Bereits 2018 wurde deshalb im Hinblick auf die Entwicklung auf dem HDM-Gelände die Vorplanung für einen Kreisverkehrsplatz am Einmündungsbereich erarbeitet, und im März 2021 wurde dann der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „HDM-Digital-Campus“ gefasst, mit dem vor allem die gewerbliche Entwicklung der freiwerdenden Teilflächen des HDM-Geländes gesteuert werden soll. Im Juli 2022 – also fast genau vor 4 Jahren – lag die Erschließungsplanung des Bebauungsplans und das Gesamterschließungskonzept vor. Der geplante 4-spurige Ausbau der L 723 mit dem begleitenden Radweg ist darin berücksichtigt.  

Erfreulich bei dieser Ausbauplanung ist, dass die Radfahrer vom Kleinfeldweg kommend beim Kreuzen des Gutenbergrings durch eine Unterführung fahren können und nicht mehr durch eine Bedarfsampel „aufgehalten“ werden, bevor sie auf den Radweg an die L 723 geführt werden, um über die Bahngleise zu fahren bzw. den Parkplatz im Norden des Plangebiets zum Bahnhof umfahren. Der geplante Ausbau der Kreuzung der Landesstraße mit dem Gutenbergring macht diese Unterführung für den Radverkehr erforderlich.  

 

In den Radverkehrskonzepten von Wiesloch und Walldorf ist der Radweg entlang der L 723 als überörtliche Premium Pendlerroute und als Rückgrat der Erschließung des Industriegebiets für den Radverkehr aufgenommen worden. Auch ohne die Fortführung des Radwegs entlang der L 723 über die Bahngleise ist dies eine zentrale Maßnahme zur Verbesserung der Radwegeverbindung und Vernetzung zwischen Bahnhof und Industriegebiet.  

Nach Aussage von Peter Hahn, dem Vizepräsidenten des Regierungspräsidiums Karlsruhe, ist die Region Walldorf-Wiesloch eine Rad-Region. Er begründete dies bei seinem Besuch während der Mobilitätswoche in Walldorf damit, dass das Fahrrad hier doppelt so oft für den Arbeitsweg benutzt wird, wie im bundesweiten Vergleich. Die Befragung habe aber auch gezeigt, dass die Angebote zum nachhaltigen Pendeln nicht bekannt genug sind.  

Da laut Vorlage mit dem Ausbau der L 723 weder kurz- noch mittelfristig zu rechnen ist, wurde die Idee entwickelt, die Unterführung als Teil der Planung des Kreisverkehrsplatzes vorzuziehen und auch durch die Stadt zu realisieren. Das ist nur möglich, weil diese vorgezogene Maßnahme in den Mobilitätspakt Walldorf/Wiesloch aufgenommen wurde.  

Etliche Abstimmungsgespräche waren aber noch erforderlich, bevor die Planung des Kreisverkehrsplatzes einschließlich der Rad- und Fußwege entlang des Gutenbergrings beauftragt werden konnte. Ein sogenannter Bypass am Kreisverkehrsplatz ermöglicht weiterhin den direkten Weg ins Walldorfer Industriegebiet. Die Kostenberechnung für die Verkehrsanlagen ergab einen Betrag von 3,25 Mio. €, die Kosten für das Unterführungsbauwerk wurden auf 2,62 Mio. € geschätzt. So der aktuelle Stand brutto.  

Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen soll unmittelbar nach der Sanierung des östlichen Gutenbergrings (Gemarkung Wiesloch) durch den Vorhabenträger VGP erfolgen. Nach dem Beschluss des Gemeinderats für die Umsetzung der Gesamtmaßnahme wird mit dem Regierungspräsidium die Kostenvereinbarung für den vorgezogenen Bau des Unterführungsbauwerks erstellt und die entsprechenden Förderanträge für die Fuß- und Radwege gestellt.   

Von der Umsetzung des Großprojekts `Kreisverkehrsplatz und Radunterführung´ werden alle Verkehrsteilnehmer profitieren, weil dadurch 

  • unser Industriegebiet und der HDM-Digital-Campus wesentlich besser an den überörtlichen Verkehr angebunden wird und 

  • der Fuß- und gerade der Radverkehr zwischen Wiesloch und Walldorf eine deutliche Attraktivitätssteigerung erfährt.    

Es wäre natürlich erfreulich, wenn wir auf den 4-spurigen Ausbau der L 723 – dieses schon lange konzipierten Verkehrsprojekts – nicht mehr so lange warten müssten – und das Unterführungsbauwerk keine Bauruine wird.  

Manfred Zuber