Ein neuer Landschaftsplan ist im Werden

Veröffentlicht am 18.09.2025 in Gemeinderatsfraktion

Dr. Andrea Schröder-Ritzrau nahm im Ausschuss für Technik, Umwelt, Planung und Verkehr Stellung zum Status der Orientierungsphase für den neuen Landschaftsplan.

„Danke Herr Spang, den Bericht haben wir gelesen und auch von der SPD-Fraktion heute Lob für den Detaillegrad und das Niveau der Ausführungen. Wir geben die weitere Erstellung von Landschaftsplan und Umweltbericht (119 T€) in ihre erfahrenen Hände in Kooperation mit dem Büro HHP.raumentwicklung Rottenburg a.N.. Erwähnenswert ist, dass beim Scoping-Termin auf die Wichtigkeit der Einbettung des Landschaftsplans in der Region hingewiesen wurde. Wo ist der Walldorfer Beitrag zu großräumigen überörtlichen Aktionen / Planungen? Das muss deutlich im Landschaftsplan ausgearbeitet werden. Natürlich muss z.B. die Schwetzinger Hardt als regionales Waldschutzgebiet, dass in großräumige Planung eingebunden ist, hierzu betrachtet werden.

Unser jetziger Landschaftsplan ist fast 45 Jahre alt und muss, als wesentliche Grundlage für den Flächennutzungsplan und auch insbesondere wegen der drastischen Veränderungen durch den Klimawandel fortgeschrieben werden. Walldorf hat im Vergleich zum Erstellungszeitraum für den alten Landschaftsplan einen dramatischen Anstieg der Durchschnittstemperatur von mehr als  2 ° Celsius erfahren und wird es wohl weiterhin.

Der neue Plan dient, neben der Darstellung des Ist Zustands, insbesondere der Weiterentwicklung eines Zielkonzeptes und eines Leitbildes und ist unerlässlich für unsere Stadtentwicklung. Für die SPD-Fraktion ist klar, dass es nicht wieder vier Jahrzehnte dauern darf und ich gebe meinem Kollege Zuber Recht, der eine Neuauflage seit Jahren einforderte. Wir brauchen Maßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung von klimaregulierenden Freiräumen - hier sind insbesondere die Walldorfer Wiesen zu nennen - sowohl im besiedelten als auch im unbesiedelten Bereich, denn Walldorf wird eine Vegetationsperiode von fast 300 Tagen im Jahr aufweisen. Wir müssen mit einer überdurchschnittlich starken Zunahme der Anzahl der heißen Tage mit mehr als 30°C, der Sommertage mit mehr als 25°C sowie der Tropennächte rechnen. Klimatische Anpassung, Hitzeschutz sind absolut notwendige Daseinsvorsorge. Der Sommerniederschlag nimmt ab, Starkregen dagegen nimmt zu. Entsprechend müssen anhand von diesen Kennwerten Auswirkung auf Walldorf abgeschätzt und Handlungs- und Maßnahmen erarbeitet werden. Der Plan wird Antworten geben auf den Walldorfer Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Er soll aufzeigen wo wir hin wollen mit der Transformation zur Energielandschaft. Er muss darstellen wie und wo wir was für Bodenschutz und Landwirtschaft tun müssen, um unsere Grundlage für Ernährung, Klimaschutz und Artenvielfalt zu sichern.

Der Landschaftsplan adressiert auch das Thema Wasserhaushalt und natürliches Wassermanagement. Ja wir scheinen mit der Hardtgruppe einen sehr auskömmlichen Trinkwasservorrat zu haben. Das bedeutet keineswegs, dass wir was Wasser angeht im Überfluss leben. Wir dürfen nicht nachlassen bei der Entsieglung von Flächen und Versickerung vor Ort in natürlichen Retentionsflächen, um Grundwasserneubildung vor Ort zu unterstützen.

In dem Zusammenhang bitte ich dringend den Bericht zu ergänzen. Die Sanierung der Kontamination mit leicht flüchtigen haolgenierten Kohlenwasserstoffen im Norden von Walldorf läuft weiter um jeglichen Eintrag von Schadstoffen im Teich des Waldschwimmbads, andere würden es als unser Badesee bezeichnen, zu verhindern. So steht es in Ihrem Bericht. Ergänzt werden muss, dass im Abstrom unserer Grundwasserverunreinigung auch die Brunnen der Hardtgruppe liegen und es gilt diese zu schützen.

Außerdem bitte ich den Abschnitt über die Klimawirkung der Freilandflächen dahingehend zu überarbeiten, dass auch der westliche Bereich und nicht nur die Walldorfer Wiesen sowie die Schneise durch Walldorf in West Ost Richtung extrem wichtig sind für den kühlenden Effekt. Man sieht es auch ganz gut auf der Karte Geländeklima Thermalbefliegung.

Abschließend möchte ich noch betonen, dass uns auch die naturnahe Naherholung sehr wichtig ist in Walldorf. Erholung in Wald und Wiesen, aber gerne ohne viel Brimborium, außer hier und da eine gute Sitzbank. Natur mit weniger ist meist mehr.“