Kommunale Krisenvorsorge in Walldorf

Veröffentlicht am 19.02.2026 in Gemeinderatsfraktion

In den Beratungen zum Thema „Kommunikation über Satelliten im Krisenfall“ und ob diese dann, so die Antragsteller, dann auch für alle Bürger verfügbar sein müsse, nahm für die SPD Fraktion Stadtrat Schick Stellung.

„Einsätze sind vorzubereiten – und Haben war schon immer besser als Brauchen.“

Im Katastrophe-/Krisenfall sei die behördenübergreifende Kommunikation entscheidend und von höchster Bedeutung, um Handlungsfähigkeit und Koordination auch dann sicherzustellen, wenn gewohnte Kommunikationswege an Grenzen stoßen.

Walldorf habe diese Fähigkeit bereits in Abstimmung mit anderen Behörden durch die Beschaffung geeigneter Systeme umgesetzt, was die bereits vorhandene Ebene des BOS-Digitalfunks („Einsatzfunk“) zusätzlich stärke.

Skeptisch äußerte sich Schick jedoch zu einem kommunalen, flächendeckenden, öffentlichen Notfall-Satelliten-WLAN für alle: Bandbreiten seien begrenzt und müssten im Ernstfall vorrangig Hilfs- und Rettungskräften zur Verfügung stehen. Eine Bereitstellung eines solchen Netzes im Krisenfall inklusive der beantragten Ladeinfrastruktur für Mobilgeräte würde „bei fraglichem Nutzen zusätzliche Ressourcen binden, die im Katastrophenfall an anderer Stelle dringender benötigt würden.“, so Schick.

Für die SPD-Fraktion sei statt der Beratung bloßer Einzelmaßnahmen eine ganz grundsätzliche Prüfung der gesamten städtischen Krisen- und Daseinsvorsorge sinnvoller, denn, so Schick: „Wie sind wir bereits aufgestellt und wie wollen wir es für die Zukunft sein?“ Hierzu nannte er beispielhaft einige aus seiner Sicht zentralen Fragen und Arbeitsfelder und bat um zeitnahe Betrachtung dieser technisch-organisatorischen Maßnahmen. Ausstattung und Betriebsfähigkeit: stationär (z. B. Notstrom-/Einspeisepunkte, Notbeleuchtung, IT, Info-Stellen), mobil (z. B. Stromerzeuger, Beleuchtung / „Powermoon“, Absperrmaterial, Kommunikationsgeräte). Wartung und Prozesse: fortwährende Einsatzfähigkeit, Redundanzen, Ausgabe-/Rücknahmeprozesse und regelmäßige Schulungen, damit alle Beteiligten „dauerhaft handlungssicher“ sind. Ergänzende Funktechniken: Prüfung dezentraler, internetunabhängiger und energiearmer Lösungen (z. B. LoRaWAN, Meshtastic) etwa für Monitoring sowie Text- und Positionskommunikation. Bereits vorhandener Infrastruktur sinnvoll einbinden: z. B. Tiefgaragen als schnell erreichbare, witterungsgeschützte Orte, etwa als Sammelräume, Logistikflächen oder Informations-/Lade-/Lichtstellen. Schutzräume und Neubauten: welche öffentlichen Schutzräume gab, gibt oder sollte es in Walldorf geben und sollten Neubauten ggf. als Mehrzweckanlagen mit Schutzraumfunktion geplant werden, was früher immerhin durch den Bund gefördert wurde. Bezüglich aller technisch-organisatorischen Maßnahmen gilt: Was ist umgesetzt, was begonnen, was zusätzlich erforderlich?

 

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