Modell des bevorzugten Entwurfs Die Stadt – oder genauer gesagt: die Stadtwerke als Bauherr - hatten einen „begrenzt offenen Realisierungswett- bewerb - Umbau oder Neubau des Hallenbades Walldorf“ ausgeschrieben. Eine Jury aus Vertretern der Verwaltung und aus Architekten vergab vier Preise, sprach aber keine Empfehlung aus. Das letzte Wort, welcher Entwurf realisiert werden soll, hat der Gemeinderat. Verständlich, dass die Mitglieder des SPD-Ortsvereins wissen wollten, was ihre Vertreter über die prämierten Entwürfe denken. Auf einer gut besuchten Mitgliederversammlung konnten sie das erfahren.
Der Erste Beigeordnete und Stadtbaumeister Dieter Astor
stellte zunächst die Entwürfe vor. Zwei von ihnen sehen einen vollständigen Neubau vor, die zwei anderen eine Sanierung mit Umbauten. Randbedingung war die vom Gemeinderat auf Initiative der SPD beschlossene Deckelung der Kosten bei 10 Mio. Euro.
Der zweite Preis wurde für einen Neubau vergeben, der architektonisch vielleicht der kühnste war. Wies er doch viele schräge Flächen und wenige rechte Winkel auf.
Den dritten Preis erhielt ein von Dieter Astor als „gediegen“ bezeichneter Umbauvorschlag, bei dem sich die Frage nach den Unterhaltskosten aufdrängte. Diese hängen sehr stark von der Größe des umbauten Raumes ab.
Mit dem vierten Preis wurde ein Neubauentwurf ausgezeichnet, der sich als der kompakteste erwies. Er böte freie Sicht auf das Freibad und als besondere Attraktion einen Saunagarten.
Die Reihenfolge der Vorstellung ließ eine gewisse Präferenz des Stadtbaumeisters vermuten, ging aber auf einen Satz von Beurteilungskriterien zurück. Der Träger des ersten Preises erfüllte die gegebenen Kriterien am besten und landete auf dem hervorgehobenen letzten Platz. Der Vorschlag umfasst eine Sanierung, bei der vom existierenden Hallenbad Keller und Schwimmhalle genutzt würden und eine neue Sauna im Obergeschoss entstünde.
Eine Gegenüberstellung der Entwürfe ließ die Auswahl auf zwei Kandidaten schrumpfen. Wegen funktionaler Mängel oder zu hoher Kosten (2. Preisträger) oder nicht mehr zeitgemäßer Lage der Sauna im Keller (3. Preisträger) stehen nur noch die Träger des ersten und des vierten Preises zur Wahl.
Im Gemeinderat zeichnet sich bisher noch kein klares Meinungsbild ab. Nur teils extreme Einzelmeinungen wurden bisher geäußert. In der anschließenden Diskussion der Mitglieder bildete sich aber ein Konsens. Im Interesse der Nachhaltigkeit sei einer Sanierung – also dem Vorschlag des Teams 4a Architekten / IB Ganzloser der Vorzug zu geben. Auch wenn die Jury keine Empfehlung gegeben habe, sei wohl der erste Preis nicht grundlos an dieses Team vergeben worden. Untersuchungen der Bausubstanz des jetzigen Bades stützten diese Wahl einer weitgehenden Nutzung des Bestehenden. Außerdem habe die Firma eine Reihe von Referenzobjekten erfolgreich realisiert.
Natürlich fehlte es nicht an Warnungen, dass sich mit der derzeitigen Finanzkrise auch die Situation der Stadt ändern könne und damit andere Prioritäten notwendig werden könnten. Man wird also die Lage im Auge behalten müssen, aber für einen Stopp aller Aktivitäten sieht man zur Zeit keinen Grund. Die SPD-Stadträte werden sich für den entsprechenden Entwurf entscheiden – der endgültige Auftrag kann sicher aber erst nach einer generellen Einschätzung der Finanzkrise gegeben werden.
Die Teilnehmer der Mitgliederversammlung begrüßten die ihnen gegebene Mitwirkungsmöglichkeit bei der Meinungsbildung, dem Stadtbaumeister wurde für seine Erläuterungen gedankt.
Dieter Lattermann
