Drehscheibe – weitere 20 Jahre ein Provisorium?

Veröffentlicht am 25.05.2009 in Kommunalpolitik

Läuft hier etwas?

In der Kommunalpolitik haben Provisorien bekanntlich einen langen Bestand. Seit dem ersten Grunderwerb für Zwecke der Drehscheiben- umgestaltung sind bereits etwa 40 Jahre vergangen. Nach weiterem Grunderwerb vor ca. 20 und 10 Jahren und dem inzwischen erfolgten Gebäudeabbruch befindet sich Walldorfs Mitte in einem jämmerlichen Zustand, der von vielen Walldorfer Mitbürgern – aber auch von vielen Auswärtigen - mit Kopfschütteln registriert wird.

Bei der Vergabe des Drehscheibenprojektes an einen privaten Bauträger vor 2 Jahren sollte nach einvernehmlicher Meinung des Gemeinderates das Projekt zügig umgesetzt werden und hauptsächlich 3 Ziele verfolgen:

  1. Verbesserung der Verkehrsverhältnisse mit zentraler Umsteigestelle für unsere Buslinien (ÖPNV),
  2. Schaffung von Einzelhandelsflächen zur Verbesserung der Einkaufsituation,
  3. Langfristige Sicherung und Verbesserung der fachärztlichen Versorgung.

Die SPD-Fraktion fordert seit Jahren die geplante verkehrliche Umgestaltung der Drehscheibe. Wir müssen endlich den seit Jahren versprochenen ÖPNV-Knoten realisieren, um die unübersichtliche Haltestellensituation rings um die Drehscheibe zu verändern und das Umsteigen zu erleichtern. Die jetzigen Haltestellenprovisorien sind für die Anwohner nicht mehr länger zumutbar!

Mit den neuen Lebensmittelmärkten ist mittlerweile die Lücke in der Grundversorgung geschlossen. Wir müssen aber weiter an der Attraktivität der Walldorfer Innenstadt arbeiten und Anreize schaffen für zusätzlichen Einzelhandel, der in Walldorfs Innenstadt weitere Versorgungslücken schließen kann.

Die Idee, die ärztliche Versorgung für Walldorf im Zentrum von Walldorf sicherzustellen, finden wir richtig und wichtig. Die Lage ist zentral, gut mit dem ÖPNV zu erreichen und somit im Hinblick auf die Veränderung der Altersstruktur unserer Einwohnerschaft optimal. Die Konzentration der Fachärzte an einem gemeinsamen Standort ist notwendig, um Synergien zu nutzen. Die SPD will an diesem Ziel festhalten. Unsere Gespräche mit Ärzten – die übrigens mit diesem Projekt nichts zu tun hatten – bestätigen den Trend zur Konzentration der ärztlichen Versorgung unterschiedlicher Fachbereiche in Ärztehäusern. Diesen Trend dürfen wir nicht verpassen, da wir sonst von der fachärztlichen Versorgung möglicherweise ganz abgekoppelt wären!

Mit dem privaten Bauträger ist es aus verschiedenen Gründen nicht gelungen, die genannten Randbedingungen zu schaffen. Unter anderem waren hier auch EU-weite Vergabekriterien bei der Projektvergabe zu berücksichtigen, weshalb es angeraten ist, dass die Stadt das Projekt in eigener Regie zunächst weiterplant, die Vermarktungschancen weiter auslotet und bei gegebener Rendite (mindestens in Höhe der derzeit erzielbaren Zinsen für angelegtes Kapital) das Projekt auch realisiert.

Wir scheuen uns nicht, der Realisierung des Projektes einen Bürgerentscheid oder eine Bürgerbefragung vorzuschalten. Aber dafür müssen erst die Voraussetzungen durch weitergehende Planung und Information geschaffen werden.

Wir sind zuversichtlich, dass wir das bis Ende des Jahres schaffen, wenn wir der Verwaltung unmittelbar nach der Gemeinderatswahl den Startschuss geben.

Durch ihr Votum bei der Gemeinderatswahl haben Sie es in der Hand, die Richtung der Entscheidungen mit zu beeinflussen.
Wenn Sie unseren Argumenten folgen wollen und mit uns die städtebauliche Aufwertung und zukunftsfähige Funktionalität von Walldorfs Mitte vorantreiben wollen,

dann wählen Sie am 07.06.2009 die Kandidatinnen und Kandidaten auf der SPD-Liste!