Friedhof: Umgestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sollen genutzt werden!

Veröffentlicht am 18.10.2025 in Gemeinderatsfraktion

Stadträtin Petra Wahl

Unser Friedhof ist eine Grünfläche mit einem schönen Baumbestand. Er kann somit zwei Aufgaben erfüllen – Ort der Trauer und des Begegnens und gleichzeitig als grüne Oase ein ruhiger Aufenthalts- und Erholungsort sein. Bei einer Ortsbegehung im letzten Jahr haben wir festgestellt, dass es viele Leerstellen gibt, insbesondere im alten Friedhofsteil. Eine Neubelegung sollte vorrangig an diesen Stellen erfolgen, eine Überarbeitung der Belegung der Flächen ist erforderlich. In unserer letztjährigen Haushaltsrede hatten wir deshalb angekündigt, ein Friedhof-Entwicklungskonzept beantragen. Auf einen offiziellen schriftlichen Antrag haben wir dann aber verzichtet, weil uns zugesichert wurde, dass das Thema in diesem Jahr bearbeitet wird. Bereits im Frühjahr in der Gemeinderatsklausur konnten wir dann auch erste Vorschläge diskutieren.

Der Friedhof in Walldorf steht, wie viele andere, vor Veränderungen. Immer mehr Menschen wünschen sich alternative Bestattungsformen. Urnen- und Naturbestattungen werden häufiger gewählt als klassische Sargbestattungen, wodurch Flächen frei werden, die nicht mehr im bisherigen Umfang benötigt werden. Die vielen Lücken im alten und mittleren Friedhofsteil, oft mit Schotter verfüllt, verdeutlichen diese Entwicklung.

Jetzt besteht die Chance, den Friedhof neu zu gestalten und den aktuellen Bedürfnissen anzupassen. Angehörige wünschen sich immer weniger Pflegeaufwand, naturnahe Formen des Abschieds oder individuellere Grabarten. Dabei gilt es, offen auf Veränderungen zuzugehen und gleichzeitig die Würde und den Respekt gegenüber den Verstorbenen zu bewahren.

Die im Ausschuss besprochenen Vorschläge zielen darauf ab, Flächen sinnvoll zu nutzen und neue Angebote zu schaffen. Urnengräber und Urnenerdkammern sollen Stellen ehemaliger Sarggräber füllen und damit Lücken schließen. Baumgrabstätten, beliebt als naturnahe und pflegearme Form, sollen an weiteren Standorten entstehen; das unterstützen wir ausdrücklich.

Ebenso begrüßen wir den Plan, einen Ort der Trauer und Begegnung zu schaffen: ein überdachter, schattiger Sitzbereich für stille Momente und gemeinsames Beisammensein. So wird der Friedhof auch ein Raum für die Lebenden, der Trauerarbeit ermöglicht. Unser Dank gilt Pfarrer Boch und Frau Dr. Gramlich für ihre angebotene Unterstützung. Die in der Vorlage gezeigten Beispiele sind aus unserer Sicht noch zu überarbeiten und für uns ganz wichtig, sie sollen insbesondere seniorengerecht sein.

Um den Friedhof als grünen, erholsamen Ort erlebbar zu machen, soll die westliche Reservefläche stärker begrünt werden. Das finden wir eine sinnvolle Maßnahme, die zu einem harmonischeren Gesamtbild beiträgt.

Die SPD-Fraktion spricht sich derzeit gegen das Anlegen von Urnengemeinschaftsgrabfeldern aus. Gründe sind der erhöhte Pflegeaufwand für die Stadt durch den zusätzliche Bedarf an Personal und finanziellen Mitteln. Zudem entstünde Konkurrenz zu bestehenden wirtschaftlich getragenen gärtnergepflegten Grabfeldern. Wir haben angeregt, die Pflege solcher Gräber durch die Genossenschaft prüfen zu lassen. Wir freuen uns auf eine Rückmeldung.

Die geplante Weiterentwicklung ist ausdrücklich zu befürworten, da sie die Bedürfnisse heutiger und zukünftiger Generationen berücksichtigt und den Friedhof als vielseitigen, lebendigen Ort der Gemeinschaft erhält.

Durch die behutsam geplanten Veränderungen kann der Friedhof den Anforderungen der Zukunft gerecht werden und zugleich seine Würde, Ruhe und Tradition bewahren – als Ort der Stille, des Gedenkens und der Gemeinschaft.

Abschließend möchten wir uns herzlich bei der Verwaltung und bei Ihnen, Herr Tisch bedanken, für die ausführliche Vorlage und dafür, dass Sie das Thema „Friedhof“ aufgegriffen haben.

Stadträtin Petra Wahl