Kleinkind-Betreuung im Leimbachkindergarten und Ganztags-Betreuung im Inselkindergarten – Weitere Beratung spätestens Ende 2005
Dielheim. (zlb/RNZ) Einen einzigen zentralen Tagesordnungspunkt hatte der öffentliche Teil dieser Gemeinderatssitzung mitten in der Sommerpause: Kleinkindbetreuung und Kindergartenarbeit. Schon in der letzten Sitzung vor den Sommerferien, Ende Juli, war das Thema Gegenstand kontroverser Diskussionen gewesen. Damals hatte die Verwaltung vorgeschlagen, zu Beginn des Kindergartenjahres 2006/07 eine Gruppe im Leimbachkindergarten zu schließen. Bereits ab kommendem Herbst solle hier eine Kleinkind-Gruppe angeboten werden, bei einem monatlichen Beitrag von 160 Euro pro Kind. Darüber hinaus wollte man im Insel-Kindergarten eine Ganztags-Betreuung mit Mittag-essen einrichten. Im Gespräch mit Eltern und Kindergartenleiterinnen war diese Lösung als Kompromiss erarbeitet worden. Die CDU-Fraktion hatte ihre Zustimmung mit dem Hinweis verweigert, dass sie ein Gesamt-Konzept für die Kleinkind-Betreuung in der ganzen Gemeinde vermisse und weitere Informationen benötige.
Da die Verantwortlichen aber schon zu Beginn des neuen Kindergartenjahrs Planungssicherheit brauchen, wurde nun eine außerplanmäßige Sitzung anberaumt, zu der die Verwaltung noch einmal ausführliches Info-Material lieferte. Der Beschlussvorschlag der Gemeinde stellte sich nun wie folgt dar: „1. Im Leimbach-Kindergarten wird eine Regelgruppe in eine altersgemischte Gruppe umgewandelt. Der Beitrag für Kinder unter drei Jahren wird auf 160 Euro im Monat festgelegt. 2. Im Insel-Kindergarten wird eine Ganztags-Betreuung zum Preis von 167 Euro im Monat – zuzüglich Mittagessen – angeboten. 3. Der Verwaltungsausschuss berät das weitere Vorgehen spätestens Anfang 2006 vor.”
CDU-Fraktionssprecher Erich Riedling erinnerte daran, dass bei einer Umfrage 51 Eltern Bedarf an einer Kleinkind-Betreuung angemeldet hätten. Das Angebot von fünf Plätzen ab September erscheine unter diesem Gesichtspunkt etwas gering, man solle auch Kapazitäten in anderen Kindergärten ausnutzen. Außerdem müsse man sich überlegen, wie der ständig steigende Zuschussbedarf finanziert werden könne. Seine Fraktion, so Riedling, stimme den Punkten 1 und 2 des Beschlussvorschlags zu. Punkt 3 solle dahingehend abgeändert werden, dass der Verwaltungsausschuss schon gleich nach den Sommerferien zusammenkommen und das weitere Vorgehen beraten solle. Darüber hinaus solle, wie von der CDU in ihrem „Konzept zur mittel- und langfristigen Verbesserung der Finanzlage unserer Gemeinde” vorgeschlagen, ein Arbeitskreis regelmäßig zusammenkommen, um rechtzeitig auf die aktuellen Bedürfnisse im Kindergarten-Bereich reagieren zu können. Ergänzend betonte Riedlings Fraktionskollege Thomas Wagenblaß, dass man es hier mit einem Struktur-Problem zu tun habe, in dessen Lösung alle Beteiligten eingebunden werden müssten. Auch er mahnte eine langfristige Planung an: „Wir müssen wissen, was 2007/08 auf uns zukommt.”
Die anderen Fraktionen konnten sich dieser Argumentation allerdings nicht anschließen. „In den Vorberatungen wurde allen Problemen Rechnung getragen, auch in Abstimmung mit den Eltern. Wir sollten dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen. Und der Verwaltungsausschuss sollte erst Anfang des neuen Jahres beraten, das reicht noch”, so sah es Hartmut Kaul für die SPD-Fraktion. Das Verwaltungskonzept aus der Gemeinderatssitzung von Ende Juli sei klar und verständlich gewesen, meinte auch Ute Sendner (Bürgerinnen). Sie wies darauf hin, dass aufgrund der Abschaffung der Kindergarten-Bezirke nun jedem Kind der Gemeinde jeder Kindergarten offen stehe, es sich also auch um ein Konzept für die ganze Gemeinde handle.
Bürgermeister Hans-Dieter Weis vertrat die Ansicht, dass man erst in einigen Monaten beurteilen könne, wie groß der Bedarf an Kleinkind-Betreuung tatsächlich sei, und das Ganze erst einmal „anlaufen lassen” solle, und zwar möglichst bald. Erst wenn genügend Erfahrungswerte gesammelt seien, also im November oder Dezember, habe eine Verwaltungsausschuss-Sitzung zu diesem Thema einen Sinn. Da auch von den betroffenen Kindergarten-Leiterinnen das Signal kam, innerhalb des Kindergartenjahrs möglichst keine Änderungen vorzunehmen, einigte man sich auf einen Kompromiss: Sollte es sich zeigen, dass die Kleinkind-Betreuung stärker nachgefragt werde als erwartet, wird man umgehend eine Verwaltungsausschuss-Sitzung einberufen, um das Problem zu lösen. Sollte dies nicht der Fall sein, findet die Sitzung Ende November oder Anfang Dezember statt. Punkt eins und zwei des Beschlussvorschlags der Verwaltung (s. oben) wurden zum Schluss des öffentlichen Teils einstimmig abgesegnet.
www.rnz.de