
Versteht der denn gar keinen Spaß, habe ich gedacht, als ich Peer Steinbrück vor fünf Jahren kennengelernt habe. Einen heftigen Rüffel habe ich erhalten, weil ich mich über seinen Wahlkreis „Mettmann“ lustig gemacht habe (ich dachte, Mettmann sei eine Erfindung von Hape Kerkeling). Dass „der Peer“ auch ganz anders kann, haben am vergangenen Freitag rund 800 Menschen in Wiesloch erlebt. Ich habe mit einem gesprochen, der den Kanzlerkandidaten hautnah erlebt hat: Jonas Scheid.
Jonas, Sie haben Peer Steinbrück heute zum ersten Mal live erlebt. Haben Sie erwartet, dass er so begeistern und mitreißen kann?
Ich konnte mir zwar schon gut vorstellen, dass er mitreißen und begeistern kann. Da man aber im Fernsehen normalerweise nur kurze Redeausschnitte vorgesetzt bekommt, ist es trotzdem vor Ort aufregender. Es ist dann immer wieder interessant, mitzuerleben wie Steinbrück auf das Publikum reagiert und eingeht.
Manche sagen, er argumentiere zu komplex. Ihr Eindruck?
Die Argumente würde ich nicht als „zu komplex“ bezeichnen. Steinbrück versucht eben viele Sachverhalte anzusprechen, was auch wichtig und informativ ist. Dadurch wirken einige Sätze vielleicht schon mal etwas länger als übliche Wahlkampfaussagen.
Toll finde ich aber bei ihm, dass er Sachverhalte in einer bildhaften Sprache darstellen kann, was die Argumentation dann wieder sehr anschaulich und nachvollziehbar macht. Daher glaube ich auch, dass es Steinbrück heute Abend gelungen ist, aus komplexen Inhalten das Wesentliche und Wichtige herauszustellen.
Mit welchem Gefühl gehen Sie heute Abend nach Hause?
Ich habe mich auf jeden Fall sehr gefreut, dass ich die Möglichkeit hatte, mein mitgebrachtes Buch „Zug um Zug“ (Hrsg. Peer Steinbrück, Helmut Schmidt) von ihm signieren zu lassen. Daher konnte ich mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.
Ihr Wunsch für den 22. September?
Natürlich wünsche ich mir, dass möglichst viele Sandhäuser Bürger zur Wahl gehen und sich ernsthaft die Frage stellen, wen sie für die nächsten vier Jahre als Bundeskanzler haben wollen.