Planungen Neubau Pflegeheim werden ohne Qualitätsverlust weiterentwickelt

Veröffentlicht am 03.03.2025 in Gemeinderatsfraktion

Stadtrat Manfred Zuber

Uns war klar, dass der Neubau der erforderlichen 100 Pflegeplätze einschließlich der Demenzabteilung und einer Tagespflege mit 15 Plätzen sowie der 19 Wohnungen und der Tiefgarage mit 39 Plätzen ein riesiges Projekt ist und eine unserer teuersten Investitionen werden wird.

Trotzdem waren alle im Gemeinderat über die Gesamtkosten überrascht, als uns diese im September zusammen mit der Weiterentwicklung der Planung des Neubaus des Pflegeheims am Astoria-Kreisel vorgestellt wurde: 50,12 Mio. Euro!   

Diese hohe Summe hat natürlich zu Diskussionen bei Verwaltung und Gemeinderat geführt – auch im Zusammenhang der jährlichen Folgekosten. Es stellten sich eine Reihe von Fragen, wie z. B.: Will bzw. kann man da an dem Gesamtkonzept weiter festhalten oder soll man auf die Wohnungen oder die Tiefgarage verzichten. Vielleicht sogar auf beides?

 

Diese und weitere Fragen mussten kurzfristig geklärt werden, damit es weitergehen kann. Denn eines ist klar: Kleine Flächenreduzierungen lassen keine deutliche Kosteneinsparungen erwarten. Um keine Zeit zu verlieren und daraus resultierende Kostensteigerungen zu verhindern, sollte die Entscheidung im Gemeinderat bald fallen.

Deshalb fand Anfang Januar eine von der Verwaltung gut vorbereitete Besprechung mit je  2 Vertretern der Fraktionen als informelle Vorberatung zu den o. g. Punkten statt. So gut wie die Aufbereitung der Sitzungs-Unterlagen war, verlief erfreulicherweise auch diese Besprechung. Die Fraktionsvertreter stellten sich mehrheitlich hinter die Grundzüge der weiterentwickelten Planung. Einnahmen des Pflegezentrums und die Defizitabdeckung des laufenden Betriebs sowie das Thema Personal wurden auch angesprochen.

Die SPD-Fraktion steht auch nach der Abwägung weiter uneingeschränkt hinter dem grundsätzlichen Beschluss mit den Wohnungen auf dem Dach und einer Tiefgarage. Zumal der Ersatz für das betreute Wohnen an anderer Stelle teurer wäre und auch ein Standort dafür nicht zur Verfügung steht. Die Planer wurden aber aufgefordert, Optimierungen und weitere Möglichkeiten für Einsparungen vorzuschlagen.

Es galt also zu prüfen, ob und an welchen Stellen Flächen reduziert werden können, um die Kosten zumindest zu „stabilisieren“, da ja die Preise vermutlich nicht fallen werden.

Da die Flächen des ausgewählten Entwurfs etwas größer als die im Wettbewerb vorgegebenen Mindestgrößen des Raumprogramms sind und gerade im Kernbereich bei den Verkehrsflächen sehr großzügig ausfallen, wurde von Seiten des Bauamts in Abstimmung mit der Leitung des Astorstifts vorgeschlagen, auf die offene Treppe mit Luftraum im Zentrum des Hauses zu verzichten. Weitere Ansatzpunkte waren die Überprüfung der Lage und Zahl der Aufzüge sowie die Flächen der Aufenthaltsbereiche der einzelnen Wohngruppen, die größer als die Vorgaben sind. Schließlich sollte auch das Untergeschoss nach einer Optimierung untersucht werden.

Bereits zur Ausschuss-Sitzung am 4. Februar hatte das Planungsteam geliefert! Auf die offene Treppe wurde verzichtet und die zentralen Verkehrsflächen etwas reduziert, die Größe der Bewohnerzimmer und der Funktionsbereiche wurden aber nicht verändert. So ist die Grundstruktur des Hauses als Weiterentwicklung des bisherigen Wettbewerbsentwurfs weiterhin klar erkennbar. Das Gebäude soll nun nur noch teilunterkellert werden. Dadurch entfallen zwar 9 TG-Stellplätze, die auf der EG-Ebene nachgewiesen werden können.

Mit der Durchführung der Zertifizierung als „Klimafreundliches Wohngebäude mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)“ ist zudem eine Förderung durch die KFW bis 1,7 Mio. Euro möglich.  

Der neue Vorentwurf sieht jetzt einen um 900 mBGF reduzierten Baukörper vor, der die bisher im Raum stehenden Kosten zumindest einhalten sollte.

Dass es bei solch einem Projekt nicht nur ums Bauen an sich geht, sondern auch um das Danach wurde auch schon sowohl im Stiftungsrat als auch in den Gemeinderatsgremien ausführlich diskutiert. Wir unterstützen die Idee einer „unselbständigen kommunalen Stiftung“ und bitten hier die Verwaltung die Bedingungen mit der Rechtsaufsicht beim Landratsamt zeitnah abzuklären.

Die SPD-Fraktion stimmt der Fortführung der Planung gemäß dem Beschlussvorschlag zu.

Manfred Zuber