Der Ortsvereinsvorsitzende Roland Portner ehrt Gisela Maier für 60-jährige SPD-Zugehörigkeit. Der Krieg war noch nicht lange zu Ende, überall machte man sich an den Wiederaufbau der zerstörten Städte. Einige dachten aber weiter als an die Reparatur der materiellen Schäden: Wie sollte es mit der Gesellschaft, mit der Politik weitergehen? Gisela Maier fand schon am 1. Januar 1946 ihren Weg zur wieder gegründeten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Noch länger dabei ist Günter Hansen, der der SPD am 1. Oktober 1945 beitrat. Viele andere kamen später dazu.
Der Ortsverein Walldorf hatte zu einem Ehrungsabend eingeladen, bei dem die 60-, 45-, 40-, 35-, 30- und 25-jährige Zugehörigkeit und Treue zur SPD gewürdigt werden sollte. Die meisten Jubilare, leider nicht der „dienstälteste“ Günter Hansen, konnten der Einladung folgen, sie wurden vom Vorsitzenden des Ortsvereins, Roland Portner, begrüßt. Der Vorsitzende fand zu jedem passende Worte und wies auf politische und andere Ereignisse hin, die sich an den jeweiligen Eintrittsdaten zugetragen hatten.
Die Jubilare und die Ehrenden
Die Parteieintritte in den siebziger Jahren geschahen unter dem Eindruck der Kanzlerschaft von Willy Brandt und seines Aufrufs, mehr Demokratie zu wagen. Auch in der Walldorfer SPD engagierten sich junge Menschen, wie der jetzige Beigeordnete und Stadtbaumeister Dieter Astor und die langjährigen Gemeinderäte Gottfried Keim und Gerhard Mayer, die bald als „junge Wilde“ in Erscheinung traten. Nicht als junge Wilde, aber dennoch mit großem Tatendrang gesellte sich Doris Bernzen dazu und sorgte mit der „Bürgerinfo“ für Medienpräsenz, obwohl Textverarbeitung mühsam auf der Schreibmaschine stattfand und das Internet noch nicht erfunden war. Sie wirkte 18 Jahre im Gemeinderat, füllte Funktionen im Orts- und Kreisvorstand aus und vertrat Walldorf im Kreistag. Sie hat Vieles in Walldorf angestoßen. Für ihre besonderen Verdienste konnte ihr Roland Portner eine Ehrenurkunde und die Willy-Brandt-Medaille überreichen.
Weitere Verstärkung erhielt der Ortsverein vor mehr als 25 Jahren durch die „Fachfrau für knitterfreies Plakatieren“ und jetzige stellvertretende Vorsitzende Krista Dahm, ebenfalls lange Jahre im Gemeinderat aktiv, und den kritischen Geist von Ruth Wolff. Krista Dahm blieb es vorbehalten, den Vorsitzenden Roland Portner als „alten Wilden“ zu ehren und ihm einen SPD-Wimpel für den Sitzungstisch zu übergeben.
Vom Bundestagsabgeordneten Prof. Gert Weisskirchen und vom Vorsitzenden der SPD Rhein-Neckar, Lars Castellucci, erhielten die Jubilare Urkunden und Blumen.
Die Geehrten bedankten sich herzlich. Gisela Maier machte dem Ortsverein ein Friedrich-Ebert-Relief, das ihrem leider verstorbenen Mann, dem Gründungsmitglied des Ortsvereins, einst verliehen worden war, zum Geschenk.
Der Abend klang aus mit einem gutem Essen und vielen intensiven Gesprächen.
Was sich ereignete, als die Jubilare der SPD beitraten.