Regen Zuspruchs erfreute sich das Treffen des Arbeitskreises Kommunalpolitik am vergangenen Mittwoch. Der Ortsvereinsvorsitzende Roland Portner freute sich, neben den regelmäßigen Teilnehmern am Arbeitskreis mehrere interessierte Bürger begrüßen zu können. Diese waren hauptsächlich wegen des Themas Hallenbad gekommen.
Im Gemeinderat besteht Einigkeit über den Handlungsbedarf bei der Frage des Hallenbades. Der Fraktionsvorsitzende Manfred Zuber beschrieb die zur Zeit zur Diskussion stehenden Alternativen:
- 1. Sanierung, ohne Sauna,
- 2. Sanierung mit Sauna und kleinere Attraktionen zur Steigerung der Besucherzahlen,
- 2a. wie 2. plus Erlebnisbereiche wie Whirlpool,
- 3. wie oben plus Ausdehnung des Badebereichs ins Freie plus neuer Eingangsbereich,
- 4. kompletter Neubau.
Die Nettokosten bewegen sich zwischen 4,2 Mio. € (für die Sanierung ohne Sauna) und 13,5 Mio. € (für den Neubau zuzüglich Abbruch- und Entsorgungskosten).
Die Diskussionsteilnehmer betonten einhellig, dass dringend etwas geschehen müsse. Auf die Rolle des Hallenbades als soziale Einrichtung wurde hingewiesen, dabei wäre eine Lösung ohne Sauna die am wenigsten geeignete. Natürlich sei die Maximallösung die wünschenswerte, wobei ein Neubau nur bei technischer Unmöglichkeit einer Sanierung in Betracht zu ziehen sei.
Der Fraktionsvorsitzende bezweifelte die von Experten auf bis zu 250.000 geschätzten möglichen jährlichen Besucherzahlen (zur Zeit sind das etwa 100.000). Dafür sei die „Konkurrenz“ der Bäder in Hockenheim, Schwetzingen und Weinheim zu groß, zumal in Walldorf kein Spaß- sondern ein Familienbad entstehen soll. Die Diskutanten ließen die Bereitschaft erkennen, für ein gutes Hallenbad auch einen angemessenen Eintritt zu zahlen. Der Vorschlag einer Vergünstigung für Kunden der Stadtwerke wurde von der SPD-Fraktion wiederholt gemacht, berichtete Manfred Zuber. Er erläuterte, dass kostendeckende Eintrittspreise nicht erhoben werden könnten
Der Tagesordnungspunkt Bahnhofsumgestaltung interessierte – leider – nicht mehr alle Gäste. Manfred Zuber bekräftigte noch einmal die im Gemeinderat von SPD und FDP vorgetragene Meinung, dass die zur Abstimmung gestellte Planung eine Fortentwicklung der 2002 beschlossenen Rahmenplanung sei, die Vorteile biete wie z. B. kürzere Wege vom Bus zur Bahn und auch noch die Kosten von 8 auf 6 Mio. € senke. Leider fand diese Planung im Walldorfer Gemeinderat keine Mehrheit.
Gegenstände der weiteren Diskussion waren die Gebührenpolitik der Stadt, insbesondere die Bestattungsgebühren, und die kürzlich angekündigten Preiserhöhungen der Stadtwerke. Zum ersten merkte der Fraktionsvorsitzende an, dass die Gebühren für die unterschiedlichen Bestattungsarten erstmals einzeln berechnet worden seien. Die Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg habe die Städte und Gemeinde angewiesen, die Gebühren nach einem einheitlichen Muster zu kalkulieren. Bei den neuen Gebühren wird eine 60-prozentige Kostendeckung erreicht, die Gemeindeprüfungsanstalt empfiehlt einen Deckungsgrad zwischen 60 und 70 %. Eine Frage, ob die Verteuerung der Energie mit den hohen Einspeisevergütungen für Solarstrom zusammenhinge, verneinte er.