Das gibt es zum ersten Mal in Baden-Württemberg: Bei den Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 dürfen Jugendliche ab 16 Jahren wählen gehen. Rund 200.000 16- und 17-jährige Erstwählerinnen und Erstwähler bestimmen mit, wer das Sagen im Ort hat und damit, welche Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden.
Die einen halten das für falsch. Es fehle das Interesse dieser Altersgruppe an Politik, oder gar die nötige Reife. Ganz anders sehen das die Gemeinderatskandidaten der SPD, die ein wenig stolz sind, auf das, was die grün-rote Landesregierung auf den Weg gebracht hat.“ Desinteresse kann ich nicht erkennen. Im Gegenteil, das Wahlalter ab 16 wird junge Menschen motivieren sich für Politik zu interessieren, da sie konkrete Einflussmöglichkeiten für den Gemeinderat bekommen," sagt Christian Kappel. Auch Daniel Hamers, der kürzlich eine Gesprächsrunde mit jungen Menschen zum Thema „Wahlalter ab 16 – gib Deinen Senf dazu“ organisiert hat, sieht es ähnlich: „Da wurde mit einer Neugierde und einer Leidenschaft nachgefragt und diskutiert, die man ansonsten durchaus hin und wieder vermisst.“ Zustimmung auch von Jonas Scheid: „16-jährige Jugendliche sind in der Regel genauso gut informiert wie 18-jährige. Zwei Jahre machen da sicherlich keinen allzu großen Unterschied. Durch das Herabsetzen des Wahlalters werden Jugendliche früher an das Thema Politik herangeführt. Deshalb sollten jüngere Menschen auch an politischen Entscheidungen mitbeteiligt werden, zumal es auch genügend Jugendliche gibt, die schon mit 16 Jahren eine Ausbildung oder Lehre absolvieren.“
Eine positive Bewertung also von Seiten der Kandidaten. Nun hoffen alle drei, dass viele ihre Lust aufs Wählen entdecken. Dass beim ersten Anlauf die Wahlbeteiligung vielleicht noch keine schwindelerregenden Höhen erreichen wird, finden sie nicht schlimm. „Wie bei allen Neuerungen gilt es anfangs Hindernisse zu überwinden bis das zur Normalität wird. In zwanzig Jahren wird man kaum noch glauben, dass das früher mal anders war“, so Daniel Hamers. Am Thema dran bleiben wollen alle drei auf jeden Fall – egal wer von ihnen nach dem 25. Mai im Gemeinderat sitzt und wer nicht.